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Tag 3 - San Francisco

Alcatraz steht heute auf dem Programm! Pünktlich um 6 Uhr ging der Wecker und wir standen stöhnend auf. Der Jetlag scheint bereits überwunden zu sein. Wir frühstückten wieder in der Mason St., diesmal aber im Lokal links neben Loris Diner. Dort gab es für mich Sandwiches mit Käse und Schinken sowie Spiegelei, welches auf beiden Seiten gebraten wurde und einen kleinen Fruchtteller. War das lecker! Und war das sättigend! Ich habe es mal wieder nicht geschafft, den ganzen Teller aufzuessen. Und DAS ist ungewöhnlich! Ich gelte unter meinen Freunden als Fressmonster und ich esse sehr gerne und auch gerne mal viel. Aber hier schaffe ich es oftmals nicht die Portionen aufzufuttern, auch wenn diese mir bisher immer sehr gut geschmeckt haben. Mal sehen, wie das im Verlaufe des Urlaubs sein wird. 

 

Da um 09.10 Uhr die Fähre ablegte, mussten wir uns erst einmal streng an den Zeitplan halten. Um 08.00 Uhr verließen wir das Lokal und machten uns auf zur Muni. Wir fuhren mit der Muni bis zur Ferry Plaza und wollten dort dann in die F-Linie umsteigen (wir hatten da noch nicht gecheckt, dass wir auch direkt von der Powel St. bis zum Pier 33 mit der F-Linie fahren können...). Dort standen wir also an der Haltestelle und ich machte ein Panorama-Foto von der Ferry Plaza. Dabei macht die Kamera immer ein schnelles, klackerndes Geräusch wie mit einer kleinen, leisen Maschinenpistole. Eine schwarze Obdachlose wurde daraufhin auf uns aufmerksam und kam zu uns. Sie unterhielt sich mit uns, erzählte von ihrem verletzten Daumen und dass sie mal Stewardess war. Dass sie aufgrund des verletzten Daumens im Krankenhaus war und entsprechende Kosten hätte... Da ich aufgrund meiner Hörbehinderung wieder Probleme hatte sie zu verstehen, blieb ich zunächst einmal still, distanziert und versuchte dennoch zuzuhören. Irgendwann meinte sie, dass ich sie nicht mögen würde und mein Freund klärte auf, dass ich eine Hörschädigung habe. Daraufhin fing sie an zu gebärden bzw. versuchte es ;-) Ich weiß nicht warum, aber viele Leute werden plötzlich sehr warmherzig, sobald sie von der Hörschädigung erfahren, dabei macht mich das ja nicht zu einem anderen Menschen... Tja - dann wollte sie plötzlich umarmt werden! Ich weigerte mich zunächst, ließ es aber dann doch zu. Sie freute sich und unterhielt sich weiter mit uns. Dann sah sie eine andere Frau am Steig etwas essen und wurde sauer auf die Frau, denn sie habe ja Hunger und pöbelte sie an... Das wurde uns natürlich unangenehm, so dass wir uns von ihr distanzierten. In der Zwischenzeit fuhr die F-Linie dann auch endlich mal ein und wir setzten unsere Fahrt zum Pier 33 fort. 

Dort sahen wir direkt die lange Warteschlange und die vielen Tickethäuschen. Zum Glück hatte ich bereits im Internet gelesen, dass wir mit unseren ausgedruckten Tickets (welche wir zwei Wochen vorher noch spontan bestellt haben) direkt einchecken können und keine Tickets mehr abholen müssen. Ein Foto wurde gemacht, welche sie später für 30$ verkaufen wollten und wir stiegen an Bord. Nach kurzer Zeit empfing uns eine laute Durchsprecheransage und der Rancher "John" begrüßte uns, welcher seit 1973 auf Alcatraz arbeitet. Würde ich Englisch akustisch gut verstehen, hätte ich an seiner Führung bestimmt sehr viel Spaß gehabt. Leider verstand ich nichts und mein Freund konnte nicht gut dolmetschen, da er gespannt den Ausführungen von John lauschte. Daher stellte ich mich etwas weg von der Gruppe in den Schatten, schließlich habe ich mir gestern bei der Radtour auch direkt einen fetten Sonnenbrand eingefangen! Die Strahlungskraft von der Sonne haben wir gewaltig unterschätzt. Mein Freund wollte nicht, dass ich alleine da stehe, so dass wir uns dann doch von der Gruppe lösten und Alcatraz auf eigene Faust erkundeten. 

Mit dem Audio-Guide-Tour konnte ich dann doch ganz gut verstehen (auf Deutsch). Ich fand die Tour ganz gut, aber fast schon ein wenig zu schnell. Ich bin eine, die gerne mal länger stehen bleibt und betrachtet und kam mir an manchen Teilen dann schon etwas gehetzt vor. Daher mussten mein Freund ich die Route auch nochmal ohne Guide durchlaufen, damit ich mir manche Details genauer anschauen konnte. Der Ausblick von Alcatraz auf SFO war wirklich traumhaft. Wir sind anschließend noch durch die Gärten auf Alcatraz geschlendert und sahen einen Kolibri hin- und herflitzen, welches ich mit der Kamera versucht habe einzufangen. 



Nach vier Stunden Alcatraz fuhren wir wieder zurück nach SFO und schlenderten wieder mal zum Pier 39, wo wir uns im "Cup & Cake" auf der oberen Etage zwei Brownies und Kaffee (bzw. Wasser für mich) gönnten. Die Brownies waren sehr lecker, auch wenn ich mich an den Salzgeschmack des einen Brownies und der klebrigen Masse des Karamells des anderen Brownies gewöhnen musste. Es schmeckte. 

 

Da wir beide etwas kaputt waren und mich mal wieder Rückenschmerzen plagten, gingen wir den restlichen Tag ruhig an und schlenderten durch das Union Square. Dabei blieben wir bei Lucky Brand hängen und kauften dort einige Tshirts - ganz nach meinem Geschmack! Jetzt wollen wir uns aber erst mal zurück halten und erst im Outlet wieder zuschlagen! 

 

Nachdem wir sehr leckeren Thai Pad Thai und Thai Curry beim Thai bei uns in der Ecke gegessen haben (The Old Siam an der Kreuzung Ellis St. und ... St.) gingen wir eine Straße zurück und landeten auf einmal in einer seeeehr merkwürdigen Straße. Lauter Obdachlose, die kifften, Drogen mitten auf der Straße nahmen etc. pp. Schnell weg hier! Was war ich froh, als ich plötzlich Polizisten sah, die durch die Straße patrouillierten. Die Drogenabhängige schmissen sofort ihr Geschirr auf die Straße, um ja bloß nicht damit erwischt zu werden... Und in der nächsten Straße war wieder alles normal - als gäbe es überhaupt keine Drogenabhängige und Obdachlose... Es ist immer wieder krass, wie schnell sich die Atmosphäre/die Situation hier verändert... Zurück im Hotel machen wir uns bettfertig und freuen uns auf den nächsten Tag - denn dann dürfen wir endlich unser Wohnmobil entgegen nehmen und unsere Route fahren! 

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