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Tag 1 - Vilnius

Unterkunft "Domus Maria" - selbstverständlich neben einer der vielen Kirchen
Unterkunft "Domus Maria" - selbstverständlich neben einer der vielen Kirchen

Trotz des parallel beginnenden Hausbaus (in diesem Moment wird gerade der Boden auf unserem Grundstück ausgeschachtet und für die Bodenplatte vorbereitet), fahren Papa und ich im August 2015 für eine Woche in den Baltikum, zu den Wurzeln unserer Ahnen. Um 7.45 Uhr musste ich mich erst mal impfen lassen, da ich etwas zu spät auf den Trichter kam, mich noch gegen Zecken zu schützen, ehe ich zusammen mit Peter und Papa zum Busbahnhof in Koblenz gefahren bin. Am Busbahnhof verabschieden wir uns von Peter, denn dies ist eine Reise nur mit Papa alleine. Da meine Oma aus Klaipeda stammt und mein Uropa aus Riga, gehen wir ein wenig auf Spurensuche. Doch zuvor mussten wir noch 7kg leichter werden, denn der Koffer war zu schwer. 

 

Mit dem Bus 610 ging es dann zum Frankfurt Hahn und dort hieß es drei Stunden warten, bis der Flieger geht. Nach 2,5 Stunden Flug mit ganz viel Beinfreiheit für meinen kleinen Riesen Papa ging es dann nach Vilnius in Litauen. Nach der Mietwagenübernahme (Toyota Auris, braun) ging es nun los nach Vilnius, Litauen. Der Verkehr hier ist schon recht chaotisch, da bin ich doch froh, dass Papa mit dem Auto fährt, auch wenn ich fahren dürfte. Nach einer halben Stunde kommen wir im ehemaligen Kloster "Domus Maria" an, welches unsere Unterkunft für die heutige Nacht ist. Direkt in der Altstadt gelegen und wunderschön und doch schlicht, fühlten wir uns direkt wohl. Nachdem wir uns frisch gemacht hatten ging es nun raus in die Altstadt. Überall, in fast jedem Geschäft, wird Bernstein verkauft und gefühlt alle 50m eine Kirche. Was ja auch kein Wunder ist, denn Vilnius ist die Stadt der Kirche. Wiki-Wissen: Vilnius ist mit 574.221 Einwohnern die größte Stadt Litauens und zugleich auch die Hauptstadt. Vilnius ist im Gegensatz zu Riga und Tallinn die einzige Stadt im Baltikum, die nie vom Deutschen Orden kontrolliert wurde. Sie bot im Lauf der Geschichte den verfolgten Juden aus Mitteleuropa und Russland Schutz und wurde so zum Zentrum der jüdischen Kultur und Aufklärung.  Nach dem 2.ten Weltkrieg, wo die Russen, Polen und Juden (Litauen stellte zuvor nur 2% Einheimische in Vilnius) vertrieben wurden, hat sich die ganze soziale Struktur verändert. In Vilnius gibt es über 50 Kirchen, weswegen sie auch "Rom des Ostens" genannt wird.  Und genau das sieht man auch, wenn man in Vilnius ist. Egal wohin der Blick geht, man sieht immer irgendwo eine Kirchturmspitze. Und oft nicht nur einen, sondern mehrere - das ist Vilnius! 

 

In Vilnius tobt das Leben! Da beschäftigen sich die Kinder noch nicht so sehr mit Smartphones wie in Deutschland. Da ist das zusammen sein, draußen auf den Plätzen und Straßen wichtiger. Man sieht da Mädchen in Kleidern um sich selbst herum drehen, weil es so schön ist. Kinder, die Schmetterlinge fangen. Jugendliche auf Skateboards vor der Uni. Es gibt sehr viele Cafés, wo man sich dann auch ein Bier mit einer Orangenscheibe drin gönnen kann. Es hat geschmeckt. Natürlich haben Papa und ich dann auch direkt auch etwas regionales auf der Speisekarte bestellt. Und dann musste ich leider mit einem Bissen ins Essen feststellen, dass Koriander ein Standardgewürz im Baltikum ist. Leider mag ich keinen Koriander, und so wurde meine Auswahl drastisch gekürzt - und es blieb viel auf dem Teller übrig... Die Dame fragte nach dem Grund und als sie das mit dem Koriander hörte, verstand sie. Interessanterweise mag sie selbst auch keinen Koriander. ;-) Und es boten sich weitere interessante Blicke: Und lauter skurrile Sachen: Ein Radfahrer, der auf dem Lenker sitzt und rückwärts durch die Menschenmenge fährt, ein Dreirad für coole Erwachsene, Kaffeekannen in Wohnwänden integriert, Geschichtswände mit Bildern von den Ahnen usw. usf. Und Vilnius lebt! Musik, fröhliche Menschen überall. Hat uns sehr gut gefallen - ich kann die Reise hier hin nur empfehlen! Den Abend verbrachten wir dann noch auf einem Aussichtspunkt, wo man vor sich die Altstadt sieht und hinter sich die Neustadt. Zwei schöne Kontraste. Mit einem  weiteren Bier vorm Domus Maria beenden wir den Tag und begeben uns dann in unser kleines Doppelzimmer.

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