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Tag 8 - Klaipeda und Rückreise

Nun folgt der letzte Teil dieses Reiseberichtes - die kurische Nehrung, Klaipeda und die Rückreise. 

 

Wir verbrachten eine Nacht auf der kurischen Nehrung. Sie besteht aus wandernden Düne, welche schon einige Dörfer verschlungen hat, so dass es nicht nur wandernde Dünen, sondern auch wandernde Dörfer wie z.B. Nidden gibt/gab, welche bereits dreimal wandern musste, weil die Dünen die Dörfer verschlungen haben und ein freischaufeln der Häuser nicht mehr möglich war. Dies ist den Bewohnern auf der Insel auch bewusst, sodass sie entsprechend einfache Häuser errichtet haben. Wir übernachten in dem Fischerörtchen Nida in einem einfachen Ferienhaus. Oben sieht man die kurische Nehrung. Links ist das Meer auf der einen Seite, rechts das Meer auf der anderen Seite der Insel. Wir sind mit der Fähre übergesetzt und auf der litauischen Seite. Ein Teil der kurischen Nehrung ist in russischem Besitz, so dass wir von einem Aussichtspunkt nach Russland winken konnten. Dort sah man auch ein paar Grenztürme. 

 

Auf der kurischen Nehrung unternahmen wir ein paar Wanderungen. So auch zum "Nest" der Kormorane, die hier verweilen, wenn sie brüten. Die Bäume, die als ihre Brutstätte erkoren werden, sterben über kurz oder lang durch ihren sauren Kot. Daher gibt es im Slider ein Bild mit lauter toten Bäumen. Wenn man ganz genau hinschaut, erkennt man einen Vogel, welcher sich quasi erhängt hat - es baumelt von einem der Äste herunter. Ein makabres Bild, als wir davor standen... Leider waren keine Kormorane da, als wir diese Ecke besichtigen durften. Die Kormorane leben sehr gerne auf der kurischen Nehrung, da das Haff nicht besonders tief ist und die Kormorane so sehr viele Fische fangen und fressen können. 

 

Wir unternehmen auch eine Wanderung durch den Wald über das Hexenpfad. Irgendwann verlaufen wir uns (mal wieder) und wandern abseits der Pfade mitten durch den Wald. Mein Vater hatte seinen Spaß - diesmal waren auch keine kaputten und morschen Treppenstufen auf dem Weg. ;-) Leider habe ich mich teils durch andere Bäume als mein Vater gewagt, so dass ich ich plötzlich ein dickes, fettes, festes, großes und ordentlich gewebtes Spinnennetz mitten im Gesicht hatte! Mein Schrei war groß und mein Ekel noch größer. Mein Vater hat sich dabei ganz erschrocken und dachte, es sei was Schlimmes passiert. War es in seinen Augen dann natürlich nicht - in meinen Augen aber schon. Brrrr - mich gruselt es jetzt schon wieder! 

 

Am nächsten Tag fahren wir mit der Fähre wieder zurück nach Klaipeda. Zunächst aber genießen wir die Aussicht auf Klaipeda, denn hier hat meine Oma einen Teil ihrer Kindheit verbracht. Man kann zwischen den Kränen bereits das große, moderne Glasgebäude erkennen - dort, wo früher das Haus meiner Oma stand. Wir fahren ein wenig entlang des Wassers und schauen uns die übrig gebliebenen alten Häuser an, welche aus ihrer  Zeit kommen - auch die Boote schauen wir uns an. Anschließend setzen wir über und steuern den Ferdinandsplatz an. Dort hat meine Oma gelebt. Wir schießen viele Bilder, prägen uns den Platz ein und schlendern dann Richtung Altstadt. Da wir noch am selben Tag mit der Fähre zurück nach Kiel fahren, haben wir noch ein wenig Zeit. Leider waren wir von der Reise doch auch schon etwas erschöpft, so dass wir irgendwann unseren Mietwagen abgeben und in einem Restaurant noch eine ordentliche Speise zu uns nehmen. 

 


Anschließend geht es mit der Fähre nun endlich los - 23 Stunden sind wir auf dem Wasser unterwegs! Mein Vater war etwas enttäuscht, er versprach sich mehr Touristenunterhaltung - welche aber nicht vorhanden war. Es waren sehr viele LKW_Fahrer auf dem Schiff und die wollen natürlich nur speisen, ruhen und Bier trinken. ;-) In unserer kleinen, fensterlosen Kajüte verbringen wir dann die Nacht, ehe es dann wieder Tag wird. In Kiel kommen wir abends an und versuchen in einem Restaurant, den Papa in guter Erinnerung behalten hat, zu speisen. Leider war hier alles voll, so dass wir wieder zurück zum Bahnhof kehrten und im Vapiano speisten. Es ging dann über Nacht mit dem Zug zurück nach Koblenz und morgens gegen 5 Uhr kamen wir dann wieder zuhause an. 

 

 

So endet nun unsere wunderschöne und eindrucksvolle Reise an dieser Stelle. Ich hätte nie erwartet, dass das Baltikum so schön und vielfältig ist. Eine Reise ist es allemal wert! 

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Kommentare: 1
  • #1

    Matze (Freitag, 21 Dezember 2018 18:25)

    Moin Dana,
    einen kurzweiligen und interessanten Reisebericht hast Du geschrieben � und mir das Baltikum näher gebracht. Dorthin werden wir auch mal reisen, sobald die anderen Reiseziele durch sind.

    Liebe Grüße von Matze ( bekannt aus dem Womo Forum � )