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Glendalough - Spinc Route

Nun ging es heute von Dublin (wird übrigens Duhblin ausgesprochen und nicht Dablin) in Richtung Küste. Zunächst steuerte ich die Wicklow Mountains an und fuhr über das Sally Gap Richtung Glendalough. Keine 30 Minuten nach Abfahrt war ich schon inmitten der Natur! 

Atemberaubende Ausblicke hatte ich auf der Sallys Gap - herrlich! Und Sonnenschein pur - von Regen keine Spur. So kann es gerne auch beim wandern bleiben! Nach ca. 1,5 Stunden kam ich dann in Glendalough an. Steuerte das Visitor Centre an und holte mir eine kleine Übersichtsmappe für 50 Cent ab. Ich stellte zudem auf dem Weg noch fest, dass die Strombuchse im Auto kein Strom erzeugt!! Shit! Das heißt sparsames Händeln mit dem iPhone: Flugzeugmodus an, Stromsparmodus an - tschüss Welt - ich bin jetzt wirklich alleine! Aber das hat mich gar nicht gestört und die Zeit verflog wie im Fluge.Wie geht das? Ich bin eben erst aufgestanden (um 7) und jetzt ist schon wieder 11 Uhr?! Nun gut, trotzdem wollte ich die lange Wanderung machen - die dauert laut Mappe ca. 3 Stunden und ist 9 km lang. Na denk ich - das werd ich auch in kürzerer Zeit schaffen - ich bin doch fit in den Beinen. 

 

Aber erst mal muss ich mich orientieren. Wo ist links? Wo ist rechts? Äh Norden und Süden?! Wo soll jetzt nochmal die Ruine stehen? Und sind die Seen jetzt davor oder dahinter? Fragen über Fragen! Am Ende beschloss ich einfach jemanden anzusprechen, bevor ich in die völlig falsche Richtung laufe - und ja, das bringe ich fertig! Und hätte ich nicht gefragt, ich wäre tatsächlich falsch gelaufen. :-D Der gute alte Mann winkte nach rechts (Norden, Süden? I don´t know) und ich marschiere los. Tourismus lässt grüßen - überall wuseln Menschen herum, denn zunächst steht das alte Kloster mit seinen Gräbern auf dem Programm. Dann grüßt der erste See - es spiegelt so schön im Wasser! 

Weiter geht es nun die Spinc-Route entlang - immer den weißen Pfeilen nach. Ganz schnell lasse ich die Touristen hinter mir, komme an einem ausgeschilderten Wasserfall vorbei (der eigentlich nur ein ganz kleiner ist) und sehe erst später, dass es DER Wasserfall war. Naja gut, dann war da eben ein Wasserfall. Aber deswegen laufe ich nicht den weißen Pfeilen nach - ich möchte weiter hoch und die Aussichten genießen. Und was für Aussichten!! So ein bisschen fühle ich mich nun dafür entschädigt, den West Highland Way letztes Jahr nicht komplett geschafft zu haben. 

Ich gehe den Weg weiter und komme an Fröschen vorbei, die ganz schnell weg hüpfen, sobald ich mit schweren Schritten die Bohlen entlang laufe. Das muss man sich ja auch mal reinziehen. Haben die Iren über 10km hinweg Bohlen verlegt, damit man nicht im Sumpf versinkt (das ist ja gut!), hauen lauter kleine Zacken in das Holz, damit man nicht ausrutscht (auch eine gute Idee) und holzen aber etliche Bäume ab.... Nun gut... Bei den Iren war es wie bei den Schotten: Für den Schiffsbau wurden etliche Bäume gerotet, weswegen das Land so schön grün ist und weite Aussichten gewährt. Schaut euch nun meinen Aufstieg an... Schön - makaber - wieder schön. Ein Wechselbad der Gefühle. 

Und Stufen! Mein lieber Scholli. Ich bin mindestens 600 Stufen hoch gelatscht. Ich versteh schon - wenn schon, denn schon! Nix mit gemütlichen Serpentinen hinaufschlängelnd. Nein! Gerade aus, da hoch, auf kürzestem Wege und da müssen dann halt Stufen her. Peter kann sich freuen, ich komme wohlgeformt wieder nach Hause! 

Bis ich dann wieder am Auto war, vergingen 4,5 Stunden. Uppsala! Wo ist die Zeit geblieben? Erste Schäfchenwolken ziehen auf, der blaue Himmel wird immer weißer, die Sonne immer diesiger. Es zieht Wind auf und es wird immer kühler. Als ich ins Auto steige fängt es an zu nieseln. Na - Schwein gehabt, würd ich mal sagen! Ich fahre los in Richtung Wicklow, möchte die alte Küstenstraße fahren. Aber es ist so diesig, dass ich sie zwar fahre, aber nichts sehe. Egal - kein Auto weit und breit, das lässt sich entspannt abfahren! 
Aber auch hier - wo rennt die Zeit hin?! Hilfe! Bis 19 Uhr muss ich einchecken, ich schreibe schnell eine Mail, dass ich etwas später ankomme (dazu hole ich das Handy aus dem Flugzeugmodus raus) und stelle das Navi ein (bis dahin bin ich ohne Navi gefahren, ich muss schließlich Strom sparen und hatte nur noch 25% Akku...). Es wird spannend - 2 Stunden liegen noch vor mir (ZWEI Stunden???). Es regnet, es wird dunkel - juchu! Aber ich komme ohne Probleme an und bin jetzt in einem waschechten B&B. Hier wohnt ein älteres Ehepaar, dass ein paar Zimmer vermietet. Morgen um 8 Uhr erwartet mich ein Irish Breakfast. Und: Ich spreche ja so gut Englisch, woher ich denn komme? Haha - gut Englisch, danke sehr! :-P Und scheinbar wollte mein Handy ein wenig meine Nerven kitzeln, 2 Stunden lang blieb es bei 25% Akkuladung. Um 19.40 Uhr komme ich dann nun endlich an. 
Morgen zieht es mich auf die Beara Halbinsel und dann schau ich mal, was das Wetter so macht. 
Schaut mal genauer hin, auf einem der Bilder versteckt sich ein Frosch. ;)

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