· 

Cliffs of Moher und Burren Nationalpark

Da ich gestern nun doch nicht im Hostel geschlafen habe, sondern weiter nach Limerick zum Hotel fuhr, habe ich eine Stunde Fahrt sparen können. Ein Blick in die Wetter-App zeigt, dass der heutige Tag bis ca. 15/16 Uhr trocken bleiben soll und es ist das erste Hotel, wo man ab 7.30 Uhr frühstücken kann. Die meisten Unterkünfte öffneten nicht vor 8.30 Uhr, das fand ich immer so spät. Bis man da fertig gegessen und ausgecheckt hat. Ist es doch schon mind. 09.30 Uhr und dann muss man ja noch zum Ziel kommen. Das dauert in Irland mit seinen vielen kurvigen und engen Landstraßen immer etwas länger, ich bin im Schnitt nicht schneller als 70km/h unterwegs. An so kurzen Tagen ist die Zeit immer so schnell rum. Daher nutzte ich sofort die Gelegenheit und war um 07.30 Uhr unten. Das gute Wetter wollte ich nicht unnötig verpassen. 

 

Nach dem Frühstück checkte ich aus und fragte zunächst noch, welche Sehenswürdigkeiten in Limerick sich für einen kurzen Stopp lohnen würden. Aber diese machen alle erst um 10 Uhr auf und die Dame empfahl mir direkt zu den Cliffs of Moher zu fahren, denn es sei trocken und wolkig, aber ab dem Nachmittag solle es anfangen zu regnen. Das nahm ich gerne wörtlich und düste los. Ich steuerte aber nicht den Visitor Centre an, sondern einen Parkplatz weiter südlich, das privat betrieben wird und nur 2 Euro pro Auto kostet. Von da aus lief ich den Coastal Way bis kurz hinter das Visitor Centre und dann wieder zurück. Die Strecke war 13km lang und hat (inkl. Tröteln am Visitor Centre mit seiner Ausstellung) ca. 3,5 oder 4 Stunden gedauert. Es war meine erste Wanderung, die komplett trocken blieb - man mag es kaum glauben! Ich lief da in voller Montur (Regenhose, Fleecejacke, Daunenjacke, Regenjacke, Handschuhe) rum - was auch ganz gut war - es war ziemlich stürmisch und ziemlich matschig (bei dem ganzen Regen natürlich kein Wunder). 
Je näher ich zum Visitor Centre kam, umso mehr Menschen liefen auf dem Coastal Way herum, und umso mehr öh... Trendy People?! Wenn ich mich mal so nett ausdrücken darf. Ich konnte teilweise nur den Kopf schütteln. Da laufen die werten Damen mit Absätzen und Stoffmantel (natürlich nicht wasserfest) über den Weg und tänzeln um jede Pfütze und matschige Stelle herum (ich garantiere: Das wird auf Dauer nicht geklappt haben - es gab Stellen, da können die Schuhe nicht sauber bleiben). Wenn es dann auf einmal wie aus Eimern schüttet, dann sind ihre schönen glatt gebügelten Haare im Eimer, der Stoffmantel klitschnass (und trocknet natürlich nicht so schnell) und die teuren Schuhe sind im Eimer. Im Visitor Centre selbst ist alles asphaltiert, aber es reicht ja nicht dort zu bleiben, man muss ja die Wanderung unternehmen (und das zu recht!!) - aber dazu zieh ich mir doch keine teuren Schickimicki-Klamotten an? Naja, wer hat, der hat oder wie man das sagt. Braucht mich ja nicht zu kümmern. ;-) Ich kann auch den Leichtsinn mancher Menschen nicht verstehen, bei dem Wind, wo man nicht gerade stehen kann und manchmal noch nicht mal einen Schritt vor den anderen setzen kann, setzen die sich an den Rand der Klippen für ein cooles Foto. Kein Wunder, dass da jährlich ein paar Menschen unfreiwillig ihren Tod finden... Alles kann man halt nun mal auch nicht absichern. Es laufen schon auf dem Visitor-Platz zwei Menschen rum, die die Klippen bewachen. Aber das können sie natürlich nicht, sobald die Menschen privaten Grund betreten - da sind sie wieder ihrem eigenen Leichtsinn ausgesetzt. 
Schnell flüchte ich vor den Menschen zurück Richtung Auto. Heute war Nebensaison und es war schon ganz gut was los. Wie mag das dann nur in der Hauptsaison hier aussehen? Anbei Eindrücke vom Cliffs of Moher! Das Besucherzentrum befindet sich übrigens in dem Erdwall. ;-) 

Und dann ging es weiter zur Burren Parfumery ins Nirgendwo. Es wurde mir von einer Freundin empfohlen, es soll sehr schön dort sein und sie stellen die Parfüms selbst (es sind insgesamt drei Frauen) aus den Wildblumen des Burren Nationalparks her. Mit eher geringen Erwartungen fuhr ich also dahin und bin komplett begeistert und mit zwei Parfüms mehr *hüstel* wieder weg gefahren. Natürlich blüht es jetzt nicht überaus zahlreich - es ist schließlich Winter. Aber man kann sehr gut erahnen, wie es im Frühling/Sommer aussehen muss: Einfach genauso - wie ich meinen Garten am liebsten hätte. Insgesamt stellen sie 7 Parfüms selbst her und einige haben eine außergewöhnliche Note. (Zum Beispiel Brennessel als Unternote). 

Und schwups war der Tag schon fast wieder rum. Ich begab mich zurück an die Küste und fuhr über Doolin an der Küste entlang Richtung Unterkunft (die letzte Nacht steht an :-( ). Plötzlich veränderte sich die grüne Landschaft und man sah lauter dunkle Flächen. Irland ist so vielfältig! Nun schlafe ich in einem Hotel mit dem größten Strohdach Irlands (Strohdächer scheinen für diese Gegend typisch zu sein). 

 

Morgen geht es dann vormittags los zum Flughafen und nach Köln/Bonn zurück. Wenn ich es schaffe, schaue ich mir die Gegend um das Hotel noch an mit dem Schloss. Mal sehen. Im Übrigen regnet es jetzt draußen wie aus Eimern - alles richtig gemacht also!

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Wolfgang Stumm (Mittwoch, 06 März 2019 11:42)

    Hallo Dana,
    jetzt ist die Woche schon vorbei und ich habe mit großem Interesse deine Berichte gelesen. Beim anschauen der wunderschönen Fotos wächst der Wunsch dieses schöne Land auch einmal zu besuchen. Ich freue mich schon auf deine Erzählungen und Geschichten und wünsche dir eine gute Heimreise. Liebe Grüße, Papa