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Abreise

Für den heutigen Tag bleibt eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Ich habe ausgeschlafen! :P In Ruhe gefrühstückt, mir das Schlösschen angeschaut (was natürlich geschlossen war) und bin dann nach Dublin gefahren. Autobahn fahren ist hier schon ne ganz andere Hausnummer als in Deutschland - Max. 120 und das durchgehend (es wird also nicht ständig nach oben oder unten variiert) und so ist man irgendwann im Flow und seltenst muss man irgendwen überholen (meistens die ganz wenigen LKW-Fahrer) oder wird überholt. Das Auto konnte ich unbeschadet zurück geben und nun sitze ich im Flughafen und es dauerte nur 30 Minuten von der Autoabgabe bis zum Check-In... Ich glaube, ich sollte meine zwei Stunden vorher am Flughafen bei europäischen Ländern verkürzen auf 1 Stunde... 

Fazit: 

  1. Irland hat mich mit seinen Naturschönheiten und den herzlichen und offenen Menschen total überrascht. Ich hatte es mir nicht so abwechslungsreich vorgestellt und so malerisch. Die Landschaften beruhigen einen, es strahlt eine gewisse Rustikalität aus und einen gewissen Bezug zur Ursprünglichkeit. Viele alte Gebäude bleiben „erhalten“. Sie verfallen zwar, werden aber nicht abgerissen. Überall findet man Ruinen, egal in welcher Ecke man sich befindet. Überall findet man Geschichte. Wenn man sich ein bisschen über die Geschichte der Iren informiert, merkt man aber auch schnell, dass sie keine einfache Vergangenheit hatten, dass sie viel aushalten mussten, viele Kämpfe überstehen mussten. Vielleicht sind sie gerade deswegen so herzlich und musikalisch? 

  2. An den Linksverkehr gewöhnt man sich schnell. Man muss nur auf drei Sachen achten: Im Kreisverkehr LINKS rein fahren. Bei Kreuzungen RECHTS auf Gegenverkehr achten und möglichst NAH bei der Mittellinie bleiben, weil man irgendwie dazu neigt zu weit links zu fahren und somit an den Mauern und Gebüschen vorbeizuschrammen (ist mir nur EINMAL passiert, bevor die werten Herren hier wieder ein Bild über mich zusammenzimmern!). Ansonsten gilt: In der Ruhe liegt die Kraft. Die Iren sind herrlich entspannt, drängeln nicht, betätigen keine Lichthupe. Ich bin auf den Landstraßen im Schnitt 10-20 km/h zu langsam gefahren, weil oft unangekündigt Kurven kommen oder Schlaglöcher in den Böden sind. Oder es kommt eine Brücke, wo nur ein Auto durch kann. Teilweise sind die Straßen so eng, dass nur ein Auto Platz hat und man zur Seite fahren muss. Da traue ich mich nicht, schnell über die Straßen zu pesen. Die Iren dulden das aber auch und wenn sich die Möglichkeit ergibt, dann überholen sie halt ggfs. mal. Aber du wirst nicht gehetzt (das wäre in Deutschland hundertpro mehr als einmal passiert). 

  3. Abends findet in den Pubs (das sind zugleich auch die Restaurants) noch das pure Leben statt. Die Iren treffen sich noch, tauschen sich aus, spielen Jackpot oder Bingo (im Ernst! Sie haben sogar selbstgebaute Lotteriemaschinen, um die Kugeln zu ziehen!) und lauschen der Livemusik. 

  4. Für mich war der Februar eine ideale Reisezeit. Die Touristen halten sich im Rahmen, viele Flecken sind einsam und manchmal begegnet man stundenlang keinem Menschen oder Auto. Ich fühlte mich deswegen in dem Hostel auch überhaupt nicht wohl, plötzlich waren da so viele Menschen und vor allem beim Frühstück im Hostel standen die jungen Leute an (!!!) um sich ein Frühstück aus Cornflakes und Obst zusammenzubasteln. Die Tische waren voll besetzt, man saß dicht an dicht beieinander. Da bin ich geflüchtet und habe außerhalb gefrühstückt, das war mir nach den Tagen der Einsamkeit schon zu viel Trubel. Wer aber gerne etwas mehr Leben auf der Insel haben möchte, der sollte ab April bis spätestens September anreisen. In der Zeit sind alle Dienstleistungen wie Shuttle-Bus-Services, Cafés, Sehenswürdigkeiten, Parkplätze etc. geöffnet und man steht nicht immer wieder vor verschlossenen Türen. Wer es lieber ruhiger haben möchte, der sollte in der Zeit von Oktober bis Februar anreisen. Am 17. März ist St. Patrick´s Day, da ist ganz Irland unterwegs. 

  5. Von den Unterkünften her kann ich die B&Bs empfehlen. Hier vermieten Privatleute einige Zimmer in ihrem Haus, sind meistens ganz neugierig und wollen ins Gespräch mit ihren Gästen kommen. Sie bereiten dir das Frühstück selbst zu und meistens schmeckt es ganz köstlich. Aber sie leben auch ihr Leben - so kann es schon mal passieren, dass du vor verschlossenen Türen stehst, weil das Paar gerade in der Kirche ist. ;-) 

  6. In Irland gibt es Mautstrecken. Diese kosten in der Regel 1,90 Euro und man sollte am besten passend Münzen dabei haben. Manchmal ist auch ein Cashier da, dann kann man das Wechselgeld wieder bekommen. Um Dublin herum wird die Maut nur elektronisch erhoben, so dass man später am PC/per App bezahlen muss. Bei meinem Autovermieter war das so geregelt, dass sie das mit meiner Kreditkarte abrechnen und ich mich nicht weiter darum kümmern muss. Bei anderen Vermietern muss man das selber machen. Ich kann euch Dollar/thrifty/Hertz empfehlen. Die drei arbeiten zusammen und vermieten gemeinsam die Wagen. Hertz war am teuersten, thrifty am günstigsten. Also hier mal vergleichen. :-) Der Wagen (ein Skoda Citigo oder so) hat mich 55 Euro für eine Woche gekostet.

  7. Das alleine reisen war für mich überhaupt kein Problem. Ich kam kommunikativ zurecht, ich fühlte mich nicht einsam und ich konnte meine Tage auch alleine vollstens genießen. In manchen Momenten wünscht man sich aber natürlich trotzdem mal seine beste Freundin bei sich (zum Beispiel in der Parfümerie), oder seinen Partner (zum Beispiel beim wandern ;-)). Ich fühlte mich aber nie einsam, bin auch nicht depri geworden, sondern habe von den wunderschönen Momenten mit den herzlichen Iren viel „soziale Reserven“ auftanken können, so dass es mir durchgehend gut ging. Vielleicht wäre mein Stimmung anders gewesen, wenn die Leute nicht so herzlich gewesen wären.
Gebuchte Unterkünfte: 
  1. Dublin (2 Nächte): Leeson Lodge (B&B/Gästehaus): Super Lage, kostengünstig, leckeres Frühstück. 
  2. Dunvargan (1 Nacht): Comeragh View (B&B): Nettes, älteres Ehepaar. Sehr bemüht um das Wohlbefinden, lädt zum Kaffee ein. 
  3. Allihies (Beara Peninsula) (1 Nacht): Seaview House: Super Lage an der südlichen Spitze, bemühte Dame, schließen für die Kirche schon mal die Pforten, haben ein Supermarkt nebenan. Große Zimmer!! 
  4. Killarney: Black Sheep Hostel (1 Nacht): Hostel mit Doppel- und Mehrbettzimmern. Ein Bett im Mehrbettzimmer sehr günstig (20€ mit Frühstück), aber halt eben auch mehr was für junge Leute. Aber sehr schön eingerichtet, mit eigenen Hühnern, Gemüse, Garten und Aufenthaltsraum. Empfehlenswert. Im Murphys Bar gab es schöne Livemusik und viele Einheimische. 
  5. Limerick: Woodfield House (1 Nacht): Kann ich eher nicht empfehlen, Einrichtung nicht sauber, veraltet, für Hörende Menschen zu laut (Straßen gut hörbar/Pub unten). Aber empfehlenswert das Dolin Pub & Restaurant mit täglicher Livemusik und herzlichem Personal 4 Minuten weiter! Da sollte man auf jeden Fall hin (und woanders übernachten). 
  6. Kinvara: Merriman Hotel (1 Nacht): Ist in Ordnung, aber unpersönlich, da großes Hotel mit dem größten Strohdach Irlands. Unschlagbarer Preis, leckeres Frühstück, nicht so leckeres Abendessen. 
Und nun endet der Live-Bericht an dieser Stelle! Schön, dass ihr bis hier hin mit gelesen habt! Bis zum nächsten Mal. 

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