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Tag 4-6: Highway No. 1

Nachdem wir "ausgeschlafen" haben (wir sind trotzdem um 6 Uhr wach geworden und aufgestanden) sind wir noch gemütlich frühstücken gegangen. Leider sind wir diesmal in einem Touri-Lokal gelandet und es hat nur halb so gut geschmeckt und war sogar noch teurer als die ersten beiden Frühstücke. Aber wir wollen uns nicht beklagen. 

 

Wir checken im Hiltons aus und fahren mit der BART nach San Leandro und mit dem Taxi zu Apollo und kommen gegen 10 Uhr an. Heiliger Bimbam war hier wat los! Wie im Taubenschlag! Wie wir dann erfahren sollten, war Burning Man und heute gaben alle ihre Wohnmobile zurück. Am Telefon hieß es freitags noch, wir können so früh kommen wie wir mögen, wir bekämen unser Wohnmobil. Jetzt mussten wir doch zwei Stunden lang bis kurz nach 12 Uhr warten. Aber dann ging alles sehr schnell - zu schnell für unseren Geschmack. Irgendwie haben wir bei dem ganzen Trubel vergessen zu fragen, wie lang das Teil eigentlich ist und wir stellten später auf dem Campingplatz fest, dass wir mit einem Winnebago 27Q unterwegs waren, welcher 28ft misst. Und wir hatten 25ft gebucht. Also haben wir wohl ein Upgrade bekommen und der Wohnmobil war somit 7,60m lang. Wow! Das Wohnmobil hat nur ca. 5200mi auf dem Tacho und sieht top aus. Nur der Toilettendeckel ist etwas locker und wir hatten Schimmel im Kühlschrank, den ich selbst weg machen sollte und wir bekämen Geld dafür. Sie hätten so viel zu tun, dass sie es leider nicht selbst machen können. Na gut... Entsprechendes Putzmittel gekauft und weg war das Zeug. Bis wir vom Platz gefahren sind vergingen 2,5 Stunden - denn wir hatten keine Einweisung bekommen und mussten alles selbst erfragen. 

 

Wir haben versucht Save Way anzusteuern, aber irgendwie nichts gefunden. Sind dann weiter zum K-Mart und haben dort den Grill und diverses Zeug gekauft, aber keine Milch, Obst, Gemüse, Fleisch etc. gefunden... Sind also weiter zu Walmart und haben dort zumindest Aufschnitt und Milch und noch mehr Zubehör zum kochen gefunden, aber auch hier nichts frisches. Wie kann es denn so schwierig sein Obst und Gemüse zu finden? Das hab ich nicht erwartet... Tja, es wurde langsam spät und knapp und wir waren immer noch am einkaufen! Also alles schnell verstaut, ich noch schnell den Kühlschrank geputzt und dann ging es los zum New Brighton State Beach Campground in Capriola bei Santa Cruz und kamen erst mal in einen Stau. Schöner Mist! Mein Freund faselte was von Carpool und zwei Leute und ob wir da auch drauf dürfen. Ich gucke schnell nach: Ja, dürfen wir. Also ab auf den Carpool, welches ein Fahrstreifen ganz links und speziell nur für Autos freigegeben ist, wo mind. 2 Insassen drin sitzen. Alle anderen Autos mit nur einem Insassen müssen auf den normalen Fahrstreifen fahren (das sind dann in der Regel die Berufspendler). Und was ist? Ein paar Meter weiter endet dieser auch schon wieder. Na toll, dann geht´s halt im Schritttempo weiter. 

 

Auf dem Campingplatz kamen wir um 18.30 Uhr in der Dämmerung endlich an und wurden direkt von unseren amerikanischen Nachbarn begrüßt. Nachdem wir alles ausgepackt haben, gingen wir noch kurz rüber und plauschten mit den Nachbarn bei einem Lagerfeuer. Die Tage fliegen sie nach South Carolina, ihre Tochter hat, genauso wie ich, den Master gemacht und will nach München fliegen - genau wie ich, zur Belohnung des Studiums. Natürlich geht es dann auch auf das Oktoberfest, wie soll es auch anders sein. ;-) 


Tag 5:

Am nächsten Tag klingelt um 6 Uhr der Wecker und wir stehen heute etwas erschöpft auf. Stellen unsere Tische und Stühle raus und frühstücken in Ruhe. Dann habe ich die Ehre als erstes die Dusche zu nutzen und es funktioniert sehr gut! Auch wenn ich den Warmwasser-Boiler etwas zu spät eingeschaltet und die ersten Minuten kalt geduscht habe. Als wir dann fertig waren, und alles verstaut haben, ging es los an die Küste. 

 

In Monterey stoppten wir für 90 Minuten und schlenderten am Pier entlang und aßen nochmal einen Chlam Chowder. Der schmeckte schon besser als in San Francisco und enthielt, zumindest bei mir, nicht nur Kartoffeln, sondern auch wirklich Muscheln. Den Seelöwen schauten wir noch zu, wie sie da schliefen und plantschten und dann ging es weiter Richtung 17-Mile-Drive.  


Auch wenn man in einschlägigen Foren eher weniger Gutes über diese Strecke liest, wollten wir uns doch selbst ein Urteil bilden. Aber bevor wir da hinkamen, stoppten wir nochmal bei Nob Hill und kauften endlich unser frisches Zeug ein. War das ein Segen! Wenige Meter weiter stoppten wir wieder und genossen die schöne Aussicht vom Lover Point auf die Küste und spazierten und krakelten ein wenig rum. Sehr schön! 


Aber jetzt auf zum 17-Mile-Drive! 10$ bezahlt und wir passierten die Schranke. Leider muss ich im Nachhinein sagen, war diese Strecke wirklich touristisch hochgeputscht und wir haben zu viel Zeit auf dieser Strecke verloren, die uns bei der restlichen Strecke dann fehlte. Nunja, typischer Anfängerfehler würde ich mal sagen. Auch wenn die Strecke schon schön ist und seinen Flair hat, das was danach kommt, toppt aber alles! Als wir die Route dann passiert haben kamen wir in Carmel an und stoppten auch hier wieder, schlenderten am Strand entlang und schauten uns die Häuser an. Man sieht deutlich, dass die Architekten sich hier austoben konnten - solche Häuser wären in Deutschland unvorstellbar.


Weiter ging es dann nun in Richtung Kirk Creek CG. Die Strecke zwischen Carmel und Kirk Creek CG war für mich die schönste gewesen! Super toll! Wir haben sehr viele Stopps gemacht und den Ausblick genossen. Leider war es irgendwann wieder sehr bewölkt und der Himmel nur kurz blau. Dies tat unserer Begeisterung aber keinen Abbruch. Um 18.30 Uhr kamen wir dann am Kirk Creek CG an und es war - wie wohl immer - voll. Gut, dass wir bereits vorgebucht hatten! Wir standen auf dem Platz 017 und bauten den Grill auf. Als ich dann bemerkte, dass irgendwie kein Grillgeruch von den anderen Plätzen aufstieg lief ich nochmal zur Infowand. Tatsächlich - Grillen mit Kohlefeuer nicht gestattet. Na gut, wir bauten trotzdem zu Ende und verstauten den riesigen Grill wieder im Kofferraum. Kochen Würstchen auf und setzen uns dann draußen mit den dazugehörigen Zutaten an den Tisch. Leider gab es heute keinen Sonnenuntergang zu sehen - es war einfach bewölkt. Der Himmel war komplett zu. Schade, aber die Aussicht ist trotzdem toll!


 

Tag 6: 

Heute ließen wir es gemütlich angehen und schliefen aus. Naja... versuchten wir zumindest. Wir standen trotzdem schon wieder um 06.30 Uhr auf. Diese Uhrzeit wäre für uns in Deutschland eine Qual gewesen, aber hier ist scheinbar alles anders. Heute frühstückten wir im Womo, wir fanden es einfach zu frisch und kalt draußen. Da wir heute nicht viel auf dem Programm stehen hatten, gingen wir den Tag in aller Ruhe und Gemütlichkeit an. 

 

Wir fuhren also los und hielten an manchen Aussichtspunkten. Ein Muss war natürlich der Point Piedra Blancas mit den Seelöwen. Auf dem Weg dahin flogen schon die Pelikane an unserem Wohnmobil vorbei. Wie elegant und mit welcher Leichtigkeit diese riesigen Vögel da im Himmel fliegen! Auf dem Parkplatz angekommen, genoss ich erst einmal den Blick auf die Seelöwen und den ruhenden Pelikanen. 


Weiter ging es in Richtung Morro Bay. Aber zuvor machten wir noch zwei Stopps, die ich nur leider nicht mehr genau lokalisieren kann. Für mich waren es sehr lohnenswerte Stopps, denn beim ersten Stopp spazierten wir an der Küste entlang durch "Präriegras", wie mein Freund es beschrieb. Bis ganz nach hinten an die Spitze der Küste. Dort versammelten sich alle Vögel: Pelikane, Möwen, die schwarzen Vögel. Und wie sie da in Schwärmen los flogen und landeten, auf den Felsen ruhten und sich putzen. Ich kam mir vor wie mitten im Dokufilm, nur live dabei - genial!  Das war das, was ich mir unter diesem Urlaub vorgestellt hatte und hier waren keinerlei Touristen, nur mein Freund, die Vögel und ich. 


Nachdem wir uns dann irgendwann wieder von diesen tollen Eindrücken lösen konnten, hielten wir am zweiten Stopp, einem kleinen Örtchen in einem State Beach. Dort machten wir uns in unserem Wohnmobil am Strand Sandwiches und setzten uns raus auf den Strand. Es ist schon echt bequem, ein mobiles Zuhause dabei zu haben, man kann jederzeit auf die Toilette, man kann sich jederzeit etwas zu essen machen und man kann sich auch jederzeit mal kurz hinlegen, umziehen oder einfach vor dem Regen zurückziehen. Mein Freund hielt ein kleines Nickerchen am Strand, ich beobachtete das Treiben rund um Morro Bay und wir waren selig. 

 

Nach der kleinen Auszeit ging es weiter zum Morro Bay. Dort erst einmal zum Pier - und wieder lauter Tiere: Seelöwen, die plantschten; Möwen die nach Futter suchten, Vögel aller Arten in der Luft, auf den Schiffen und im Wasser -  und Otter, die sich im Wasser treiben ließen! Meine Lieblingstiere - endlich sichte ich sie. Für vernünftige Bilder waren sie für mein Kit-Objektiv nur leider zu weit weg. 

Nun steuerten wir Pismo Beach, die letzte Station entlang der Küste, den North Campground an. Hier kamen wir bereits nachmittags um 14.30 Uhr an, so dass wir den restlichen Tag gemütlich ausklingen lassen konnten. Der Platz (NB09) gefiel uns sehr gut, denn dieser hatte einen direkten Zugang zum Strand und schon der Zugang ist einfach toll! Wir liefen am Strand entlang in Richtung City. Der Restaurantbesuch im Cracked Crab erwies sich für uns, trotz toller Bewertung, als ein Flop - das Essen begeisterte uns ganz und gar nicht und war zudem viel zu teuer. Da hätten wir doch lieber gemütlich auf dem Campingplatz gegrillt und den Ausblick am Strand genossen. 


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