Nachdem wir in Las Vegas ohne Probleme unseren Mietwagen entgegen nehmen konnten, machten wir uns auf in Richtung Zion NP. Natürlich durfte vorher ein Einkauf bei Walmart nicht fehlen. Neben Lebensmittel, Wasser und Eis zum kühlen, kauften wir uns auch eine Styropor-Kühlbox für 3 Dollar und Insektenkerzen. Das alles für 180 Dollar... Puh! Amerika ist wahrlich nicht billig! 
Wir blieben nun zwei Nächte im Zion NP, weil uns dieser Nationalpark beim letzten Mal schon sehr gut gefallen hat. Allerdings sind diesmal ziemlich viele Trails gesperrt, so dass wir nur noch eine Handvoll Trails zur Auswahl haben. Unter anderem ist auch der Observation Point gesperrt, den wir letztes Mal bewandert haben. Angels Landing ist für uns zu überlaufen und abenteuerlich, auf eine ungesicherte, sehr schmale, Gratwanderung, haben wir persönlich keine Lust. 

Also fahren wir mit dem kostenlosen Shuttle-Bus (anders kommt man da auch nicht hin, weil für Autos gesperrt) bis zum letzten Haltepunkt (Dauer: ca. 40 Minuten). Von dort laufen wir den Riverside-Trail, der entlang eines Fluss verläuft. Ab einem Punkt beginnen die sogenannten Narrows. Da muss man durch den Fluss wandern und es geht stellenweise bis zum Po tief. Da wir aber nicht so nass werden wollten, drehten wir um, als wir mehr als Knietiefe erreicht hatten. 


Wir fahren mit dem Bus ein Stück zurück, pausieren in der Zion Lodge und laufen dann ein Stück der Emerald Pools entlang. Leider ist nur der Upper Emerald Pool zugänglich. Auch danach ist wieder der Trail gesperrt. 

Gesperrt sind diesmal: 
  • Der Hidden Trail
  • Observation Point
  • Upper Emerald Pool
  • Kayenta Trail
  • W... Trail
Also wirklich ziemlich viele Trails. Den Watchman Trail wollen wir am nächsten Morgen gehen, da es uns jetzt zu heiß dafür ist (es sind über 30 Grad) und wir lieber den frühen, kühlen, Morgen dafür nutzen möchten. 

Leider sind wir am nächsten Morgen mit 9 Uhr Aufbruch schon zu spät dran. Sämtliche Parkplätze sind voll und für 2 -3 Stunden wollen wir keine 20 Dollar ausgeben, aber auch die Maximusmzeit von zwei Stunden für 2 Dollar nicht riskieren, wir sind schließlich in den USA und das kann teuer werden. Also fahren wir den Zion Scenic Drive weiter Richtung Page. Halten hier und dort an und genießen den Ausblick. Irgendwo verschwinden wir auf einem nicht eingezeichneten Trail und fahren später durch den 2 Meilen langen Tunnel ohne Licht auf die andere Seite des Berges. Dort laufen wir den Canyon Overlook Trail, mit einem schönen Ausblick auf den Zion. 
Nun ist etwas unklar, wie die Strecke weiter gehen soll. Eigentlich wollen wir unbedingt den Monument Valley mit nehmen. Halten wir dafür in Page, und campieren auf dem Lone Rock, einem Strand amSee, oder fahren wir woanders hin? Wir haben nichts vorgebucht, außer dem Mather Campground im Grand Canyon, wo wir am Montag sein wollten. Nachdem wir in Kanab an einem Geldautomaten Geld ziehen, wo man scheinbar auch aus dem Auto heraus Geld ziehen kann und anschließend sehr lecker essen waren (Bisonfleisch im Sandwich mit selbstgemachte Kartoffelpürree), entscheiden wir uns ganz anders und fahren an den North Rim vom Grand Canyon. Wir bekommen keine Site mehr, es ist alles voll. Also wandern wir da ein wenig rum und fahren ein Stück des Weges zurück zum Campingplatz „De Motte“, wo der First come - First Served Prinzip gilt. Tatsächlich ergattern wir noch die letzte freie Site. Jetzt müssen wir uns, nachdem wir bisher ausschließlich warme Tage und Abende hatten, plötzlich warm anziehen. Es ist kalt! Am nächsten Morgen fahren wir noch ein Stück der Scenic Drive entlang, bevor wir wieder weg fahren. Man merkt hier wieder: Die Wege in Amerika sind weit. In der Beschreibung steht, ein kurzer Weg zum Aussichtspunkt. Es sind aber tatsächlich mehr als ne Stunde hin und zurück gewesen. Wir haben ab Kanab kein mobiles Netz mehr gehabt, so dass wir uns komplett auf den Reiseführer, die ausgehändigten Karten von den Natinalparks und den Schildern auf den Straßen verlassen mussten. Das klappte auch ganz gut, nur von den Zeiten verschätzten wir uns immer wieder mal ein bisschen. 

Jetzt standen wir wieder vor der Frage: Welche Strecke fahren wir nun? Wir entscheiden direkt zum Monument Valley zu fahren, auf der Karte sieht das gar nicht so weit aus. Während der Fahrt mussten wir aber feststellen, dass wir vom Jacob Lake bis zum Marble Canyon bereits über 1,5 Stunden brauchten und wir sind vom North Rim zum Jacob Lake auch schon über eine Stunde gefahren. Ja, die Distanzen sind einfach wirklich sehr weit. An der Navajo Bridge stoppen wir und überlegen, wie gehen wir weiter vor? Der Monument Valley liegt einfach ganz weit außen und würde nur für dieses Ziel angesteuert werden. Wir wollen Urlaub machen und uns keinen Stress machen. Wir beschließen, das Monument Valley zu streichen und Richtung Flagstaff weiter zu fahren. 
Nachdem die Entscheidung gefällt ist, fühlen wir uns direkt schon wieder etwas besser und entspannter. Eine Riesenstrecke fällt weg. Lake Powell steuern wir nicht mehr an, wir haben jetzt ganz vieleKilometer (bis auf den Abstecher zum North Rim und zurück) gespart. Wir schauen uns die Navajo Bridge an und fahren noch zum Lees Ferry runter, um dort an den Colorado River zu spazieren.Anschließend geht es nun weiter in Richtung Süden. Spontan entscheiden wir zum South Rim vom Grand Canyon zu fahren, weil sonst einfach nichts auf der Strecke Richtung Flagstaff liegt und wirmöglichst viel aus dem Tag rausholen wollen. Wir haben Glück - es ist eine Site frei, weil eine größere Gruppe gecancelt hatte. Unsere Site von Montag bis Mittwoch hatten wir bereits storniert, alsabsehbar war, dass wir da entweder gar nicht hin fahren oder nicht exakt am Montag hin kommen werden.

Wir genießen einen fantastischen Sonnenuntergang mit einem Wolkenbruch vor unseren Augen, aber nicht über unserem Kopf. Am nchsten Morgen waschen wir Wäsche und fahren weiter. Wohin nun? Lake Havasu City ist unser nächstes Ziel, denn wir wollen mal ans Wasser! 
Natürlich müssen wir hier auch ein paar Meilen abreißen. Aber immerhin haben wir einige Kilometer gespart. Wir passieren zunächst Williams und fahren dann weiter nach Lake Havasu. Hier sind noch sehr viele Sites frei, sodass wir problemlos einen Platz bekommen. Die Rancherin achtet bei der Platzvergabe auf einen Standort mit sehr viel Schatten, da wir ja nun mal nicht mit dem Wohnmobil unterwegs sind. Das finde ich super! 

Hier sehen wir dann abends einen Stinktier und am nächsten Morgen scheinbar einige kalifornische Kondore, die am Strand herum laufen oder elegant in der Luft schweben. Dieser Urlaub ist definitiv von vielen Tierbegegnungen geprägt.